Schachmuseum Löberitz

20200506 SonjaSauerbreySonja Sauerbrey übergibt neue Exponate an Konrad ReißKaum hatte das wegen der Corona-Krise behördlich gesperrte Schachmuseum wieder geöffnet, da meldete sich auch der erste Besucher; bzw. die erste Besucherin an.

Frau Sonja Sauerbrey aus dem Ortsteil Reuden der Stadt Bitterfeld-Wolfen schenkte dem Museum ca. 20 Schachspiele  und Bretter. Alle aus dem Besitz ihres verstorbenen Mannes Herbert Sauerbrey (21.09.1934 - 21.01.2007).  Die Stücke stammen vorrangig aus der Zeit zwischen 1950-60. Darunter einige recht seltene Reiseschachspiele.

Der Name Sauerbrey war dem Museum allerdings schon bekannt. Denn Herbert Sauerbrey hatte noch vor seinem Tod dem Museum im Jahre 2005 seine umfangreiche Schachbuchsammlung vermacht. Einige der Bücher waren mit Widmungen prominenter Schachspieler versehen. Unter anderen von dem Meisterspieler und Trainer Hans Platz und vom damaligen Weltmeister Wassili Smyslow. Mit dabei war auch eine umfangreiche Kollektion von Zeitungsausschnitten zum Thema Schach.

Im August 2019 vermeldete die Agentur Filmgesichter, dass 500 Schachspieler für einen Filmdreh gesucht werden. Es wurde gemutmaßt, dass es sich um die Miniserie „The Queen’s Gambit“ handelt, die im Auftrag von Netflix entstehen wird.
Anya Taylor-Joy spielt eine Waise, die im Kalten Krieg aufwächst und sich nichts sehnlicher wünscht, als die beste Schachspielerin der Welt zu werden. Dafür muss die Schachliebhaberin jedoch auch ihre Sucht bekämpfen.

Gesucht wurden aber auch Schachbücher, die das Kolorit der damaligen Zeit widerspiegeln. Wer hat Bücher, die damals verlegt worden sind? Natürlich ein Schachmuseum! Somit war eine wichtige Ansprechadresse das Schachmuseum in Löberitz. 450 Bücher des Schachmuseums wurden als Requisiten bereitgestellt und sind inzwischen wohlbehalten ins Museum zurückgekehrt.

Das Schachmuseum Löberitz macht immer wieder durch Aktionen auf sich aufmerksam. Jüngstes Beispiel war der Besuch von Großmeister Dr. Robert Hübner. Ein spektakuläres Schaustück des Museums ist ein Schachtisch, der 1960 bei der Schacholympiade in Leipzig zum Einsatz kam. Ob es genau dieser Tisch war, an dem die berühmte Partie zwischen Bobby Fischer und dem damaligen Weltmeister Michail Tal gespielt wurde, ist nicht erwiesen.
Dennoch ließ es sich GM Dr. Robert Hübner nicht nehmen, am Tisch Platz zu nehmen, um eine Blitzpartie gegen Dr. Gerhard Köhler, geschäftsführender Gesellschafter der Schachstiftung GK gGmbH, zu spielen.
Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass GM Dr. Robert Hübner dem Schachmuseum Löberitz schon zahlreiche Exponate aus seiner langen Laufbahn übereignete und auch bei dem im kommenden Jahr erscheinenden Buch "Die beiden Correspondenz-Partien zwischen der Stadt Dessau und dem Dorf Löberitz" unterstützt. Bei den Partien handelt es sich um ein Fernschachvergleich aus dem Jahr 1883. Der vorhandene Originalschriftverkehr von damals kann erstmalig im Museum eingesehen werden.

Gert Kleint
Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Präsidium des LSV

GM Dr. Robert Hübner besuchte am 30.11.2019 das Schachmuseum in Löberitz und spielte am 2.12.2019 zum Dies Academicus der Universität Leipzig simultan an 22 Brettern

20191130 Köhler HübnerGM Dr. Robert Hübner und Dr. Gerhard Köhler am Schachtisch der Olympiade von 1960 in Leipzig Auf Einladung der Schachstiftung GK gGmbH besuchte GM Dr. Hübner am 30.11.2019 Löberitz in Sachsen-Anhalt und konnte sich von den zahlreichen Exponaten im Schachmuseum überzeugen. Am Schachtisch der Olympiade von 1960 in Leipzig spielten GM Dr. Robert Hübner und Dr. Gerhard Köhler im Beisein des Bürgermeisters von Zörbig Matthias Egert (CDU) eine Blitzpartie. Beide Kontrahenten trugen sich in das Goldene Buch der Stadt Zörbig ein. Bürgermeister Egert plant, das Projekt Kinderschach in allen 8 Kitas und allen 2 Grundschulen im kommenden Jahr aus Anlass 150 Jahre der Stadt umzusetzen.

Siehe auch Mitteldeutsche Zeitung vom 02.12.2019

Videobeitrag

KBaltzer KReissKathrin Baltzer und Konrad Reiß, die Museumsleiter von Ströbeck und Löberitz, im Ströbecker Schachmuseum vor dem Brett des Großen KurfürstenVom 3.  bis zum 6. Oktober 2019 tagte die deutsche Sektion der Sammlervereinigung Chess Collectors International mit Sitz in St. Louis / USA, in Sachsen-Anhalt. Halberstadt und Ströbeck waren die Tagungsorte. Unter der Leitung von Dr. Thomas H. Thomsen und Prof. Dr. Wolfgang Angerstein trafen sich ca. 80 Sammlerfreunde aus Deutschland, Österreich, Niederlande, USA, Schweiz, Großbritannien und Frankreich zu den unterschiedlichsten  Veranstaltungen.

Viele der Teilnehmer gehörten zu den Personenkreis, wo man sagt: Die haben es zu etwas gebracht. Dazu gehörten die eingeladenen Vertreter des Schachmuseums Löberitz nicht. Zu mindestens nicht im materiellen Sinne. Der Einladung kamen Konrad Reiß und Thomas Richter nach.

Mit dabei war auch das langjährige CCI-Mitglied Jens-Frieder Mücke aus Naumburg. Für die drei Sachsen-Anhalter war das Treffen natürlich ein Heimspiel.

Der Kongress stand unter dem Leitgedanken „Der Elefant auf dem Schachbrett“ und war dem verstorbenen Schachhistoriker Prof. Dr. Hans Holländer gewidmet. Die Schachelefanten waren dann auch Mittelpunkt einer großartigen Sonderausstellung im Schraube-Museum Halberstadt mit ausgesuchten Exponaten.

Weiterlesen: Sammlertreffen der Chess Collectors International macht es möglich: Schachmuseum besucht...

GeorgSchweiger JacobBaldeStiftungspräsident Georg Schweiger, Ralf Niederhäuser, Präsident des Schachverbandes von NRW, Konrad Reiß vom Schachmuseum Löberitz, die Graphikerin des Ausstellungskatalogs Ottilie Gaigl, Stiftungsrätin und Kunsthistorikerin Dr. Natascha Niemeyer-Wasserer, der Schachhistoriker Siegfried Schönle aus Kassel und Schachgroßmeister Dr. Helmut PflegerThomas Richter und Konrad Richter besuchten auf Einladung des Veranstalters Georg Schweiger, dem Stiftungspräsidenten der Schach- und Kulturstiftung G.H.S., Anfang August die Kreisstadt Ebersberg in der Nähe von München.

ThomasRichter JacobusBaldeThomas Richter am Schachtisch mit der Figur des Jesuitenpaters Jacobus BaldeDa sich das Schachmuseum Löberitz sehr um die Stellung des Schachs in Kirche und Religion engagiert und Konrad Reiß mit einigen Artikeln am umfangreichen Katalog mitarbeitete, war die Ausstellungseröffnung für die beiden Löberitzer schon fast eine Pflichttermin. Die Exposition war außerdem mit dem Untertitel „Jakob Balde kehrt ins Kloster Ebersberg zurück und trifft Teresa von Avila und Ruy Lopez“ belehnt.

Unter den vielen Graphiken, Bildern, Dokumenten und Schachspielen wurde auch ein Exponat aus dem Schachmuseum Löberitz ausgestellt. Es war er Druck „Martin Luther aus Eisleben und seine Schachpartie gegen die als Bergleute verkleideten Studenten“.

Exposé von Konrad Reiß