Schachmuseum Löberitz

Dana Reiznice Ozola 2017 Foto Konrad Reiß 1Dana Reizniece-Ozola, 2017 Dana Reizniece-Ozola wurde am 6. November 1981 in Kuldiga in Lettland geboren. Schon als Kind interessierte sie sich für das Schachspiel. Großen Einfluss auf ihre schachliche Entwicklung hatte beim Schachklub Kuldiga ihr Trainer Viktors Steinbergs. Mit 15 Jahren wurde sie erstmals lettische Schachmeisterin. Es folgten viele weitere Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene.

Sie gewann 1998 und 1999 die Jugendeuropameisterschaften in der Altersklasse U18 weiblich und 2002 den Frauenwettbewerb des Paul-Keres-Gedächtnisturniers in Tallinn. Bei den Jugendweltmeisterschaften erreichte sie 1995 in der Altersklasse U14 weiblich und 1998 in der Altersklasse U18 weiblich jeweils den zweiten Platz. Seit 2001 ist sie Großmeisterin bei den Frauen.

Dana Reizniece-Ozola hat seit 1998 für Lettland an sieben Schacholympiaden und vier Mannschaftseuropameisterschaften der Frauen teilgenommen. Bei all diesen Veranstaltungen spielte sie am Spitzenbrett. Bei der 42. Schacholympiade in Baku 2016 gelang ihr eine Glanzpartie, bezeichnet als die  "Perle von Baku", gegen die amtierende Weltmeisterin Hou Yifan (China).

Die Aufstellung der 1. Löberitzer  Männermannschaft sorgt 2002 in Schachkreisen für großes Aufsehen. War im vergangenen Jahr die Internationale Meisterin Constanze Jahn aus Halle am Spitzenbrett schon eine sportliche und für unseren Verein, der damals in der Landesklasse spielte, auch eine menschliche Bereicherung, so wird mit dem Einsatz der Lettischen Großmeisterin noch eins drauf gesetzt. Den Kontakt zu der mehrfachen Jugendeuropameisterin stellte Michael Klyszcz her.

Am 12.01.2003 absolvierte sie in der Landesklasse gegen Elbe Aken ihr erstes Spiel für die SG 1871 Löberitz. Maßgeblich war sie dann auch am Aufstieg der Löberitzer „Dorfmannschaft“ in die Oberliga und für ein Jahr sogar in die 2. Bundeliga beteiligt. Was für die Löberitzer als kleine Entwicklungshilfe begann, entwickelte sich trotz der räumlichen Entfernung zu einer festen Freundschaft.

Mit der Löberitzer Frauenmannschaft gewann sie 2013/14 die Regionalliga-Ost, was den Aufstieg in die 2. Bundesliga bedeutete. 2014/15 und 2015/16 wurde auch durch ihre Hilfe der Klassenerhalt geschafft.

Bisher brachte sie es in Löberitz auf über 100 Spiele, davon die meisten am 1. oder 2. Brett. Sie versteht es, ihre Mitspieler optimal zu motivieren.

2006 gewann sie beim jährlichen Trainingslager der SG 1871 Löberitz auf der 1200 hohen  Růžohorky -Baude im Riesengebirge (Tschechische Republik) die „Löberitzer Bergwertung“.

Die Fähigkeit andere zu motivieren konnte sie auch beruflich umsetzen. Unmittelbar nach Abschluss eines Studiums in der Hafenstadt Ventspils  leitete Dana Reizniece zunächst den Technologiepark des Business Inkubator Ventspils. Unter ihrer Leitung wurde dort der erste baltische Satellit entworfen und gebaut. Zielgerichtet studierte sie zusätzlich in Deutschland und den USA bei der NASA Raumfahrttechnik. Sie spricht neben Lettisch als ihre Muttersprache perfekt Englisch und Russisch sowie umgangssprachlich Französisch, Deutsch und Spanisch.

Da bleibt ein gesellschaftliches und politisches Engagement nicht aus. Sie ist Mitglied der Regionalpartei „Für Ventspils und Lettland“. 2010 wurde sie in das lettische Parlament gewählt und bekleidete zeitweise das Amt der Vizeministerin für Verkehrswesen und Telekommunikation.

Ihre Regionalpartei hat sich in die Fraktion „Grüne und Bauernvereinigung“ integriert. Nach November 2014 war sie Wirtschaftsministerin ihres Landes. Sie erreicht in Umfragen hohe Beliebtheitswerte.

Nach der Hochzeit 2011 im heimatlichen Kuldiga mit Andris Ozols, dem Chef der lettischen Wirtschaftsförderung, trägt sie den Namen Reizniece-Ozola. Die vierfache Mutter legte ihr Parlamentsmandat mehrmals wegen Schwangerschaft und Mutterzeit nieder.

Auch Andris Ozols, der sie gelegentlich nach Löberitz begleitet, ist Mitglied des Schachgemeinschaft 1871 Löberitz und spielte bei diesen Gelegenheiten mehrmals für die I. und II. Löberitzer Mannschaft in der Oberliga; bzw. Bezirksoberliga. Andris Ozols ist Vizepräsident des Lettischen Schachverbandes.

Nach einer Regierungsumbildung bekleidet sie als jüngstes Regierungsmitglied seit Februar 2016 das Amt des Finanzministers. Nach Parteiwechsel in die Bauernpartei und nach Neuwahlen 2018 wurde sie wieder in das Parlament gewählt, verlor aber nach der Regierungsbildung ihren Posten als Finanzministerin.

Seit einiger Zeit ist sie Vizepräsidentin der European Chess Union.