Schachmuseum Löberitz

Der sogenannte Anschluss im März 1938 wurde von führenden Schachfunktionären und Schachspielern Österreichs begrüßt, wie aus einem Brief hervorgeht, den Hans Geiger und Albert Becker nur sechs Tage nach dem deutschen Einmarsch an den GSB schrieben. Der Österreichische Schachverband und danach der Deutsche Schachverband der ebenfalls 1938 annektierten Sudetengebiete traten dem Schachbund als neue Landesverbände bei. Schließlich entstand im besetzten Polen eine Schachorganisation, die ausschließlich deutschen Schachspielern zugänglich war. Im November 1940 fand das „1. Meisterschaftsturnier des GSB im Generalgouvernement“ statt, das erste von mehreren Turnieren, für die sich (der im Jahr 1946 als Kriegsverbrecher hingerichtete) Generalgouverneur Hans Frank einsetzte.

Im Jahre 1938 übernahm Franz Moraller das Amt des Bundesleiters, nachdem Zander bei einem Unfall tödlich verunglückt war. Dies führte dazu, dass der Geschäftsführer Ehrhardt Post mehr Handlungsspielraum erhielt. Unter seiner Führung organisierte der GSB das „Europa-Schachturnier“ München 1941 sowie zwei gut besetzte Turniere in Salzburg 1942 und 1943. Sportpolitischer Höhepunkt der vom GSB ausgehenden Aktivitäten war die Gründung des Europa-Schachbundes, der in München 1942 eine Schach-„Europameisterschaft“ ausrichtete. Am Europa-Schachbund waren Vertreter der vom Deutschen Reich zu diesem Zeitpunkt beherrschten europäischen Länder und zweier neutraler Staaten (Schweden und Spanien) beteiligt. Auf Grund der Kriegsentwicklung blieb dies eine einmalige Veranstaltung.

Am 23. November 1943 wurde die Berliner Geschäftsstelle des Großdeutschen Schachbundes bei einem Bombenangriff vollständig zerstört. Das gleiche Schicksal ereilte wenige Monate später auch die nachfolgende Berliner Geschäftsstelle. Sämtliche Akten und Unterlagen des GSB wurden vernichtet.