Schachmuseum Löberitz

Der Großdeutsche Schachbund erklärte 1933 den Austritt aus der FIDE, wodurch der deutsche Schachsport international in die Isolation geriet. Die Gründe blieben ausländischen Beobachtern verschlossen. Noch im November 1936 rätselte das British Chess Magazine darüber, warum Deutschland sich eigentlich zurückgezogen habe.

Im Jahr 1935 trat der GSB mit dem Anliegen an die FIDE heran, anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1936 die Ausrichtung eines internationalen Mannschaftsturniers in München zu unterstützen. Der Weltschachbund stellte hierzu auf seinem Kongress in Warschau fest, die Satzung des GSB enthalte Regelungen, die „keinen Bezug zum Schachspiel“ aufwiesen und mit dem Wesen und den Statuten der FIDE unvereinbar seien − damit wurden die antisemitischen Bestimmungen, speziell der Ausschluss jüdischer Spieler von den Wettbewerben, verurteilt. Da der GSB aber zugesagt habe, diese Regelung für die Dauer des Turniers auszusetzen, stellte die FIDE ihren Mitgliedsverbänden frei, an dem als „Schach-Olympia 1936“ bezeichneten Turnier in München teilzunehmen.

Zur Schacholympiade 1939 trat Deutschland wieder an, nachdem der Weltschachbund den GSB als Mitgliedsverband aufgenommen hatte. Die vom seit 1937 eingestzten „Reichstrainer“ Efim Bogoljubow vorbereitete deutsche Mannschaft lag in Führung, als der Zweite Weltkrieg begann. Deutschland wurde schließlich zum Sieger erklärt, der größte Teil der Spieler, unter ihnen Erich Eliskases, kehrte jedoch nicht nach Deutschland zurück.