Schachmuseum Löberitz

Die Überführung der bestehenden Schachorganisationen in den Großdeutschen Schachbund wurde am 23. April 1933 beschlossen. Dieses Datum galt in den zeitgenössischen Darstellungen als Gründungsdatum des GSB. Bundesleiter wurde Otto Zander, zum Geschäftsführer wurde Ehrhardt Post bestellt. Ende Mai 1933 übernahm Dr. Joseph Goebbels den Ehrenvorsitz des GSB.

Zeitweilig widerrief danach der Deutsche Schachbund seine Zustimmung und berief einen nationalsozialistischen Funktionär an seine Spitze. Der Versuch des Deutschen Schachbundes, die Eigenständigkeit auf diesem Weg zu behaupten, schlug fehl und die Ablösung durch den GSB wurde im Juli 1933 bestätigt. Der Großdeutsche Schachbund richtete gleichzeitig in Bad Pyrmont seinen ersten Kongress aus, der seinen Führungsanspruch deutlich machte. Die Landesverbände und Mitgliedsvereine des Deutschen Schachbundes wurden in den GSB aufgenommen. Sie mussten noch im Juli 1933 außerordentliche Mitgliederversammlungen abhalten, auf denen nach Möglichkeit ein Mitglied der NSDAP zum „Vereinsführer“ gewählt werden sollte. Der Vereinsführer ernannte entsprechend dem Führerprinzip weitere Mitarbeiter, etwa einen „stellvertretenden Führer“, einen Schriftführer oder einen „Mannschaftsführer“. Der Deutsche Schachbund bestand formaljuristisch bis 1934 fort.

Die katholisch gebundenen Schachorganisationen führten infolge des Reichskonkordats, welches das Weiterbestehen der katholischen Organisationen regelte, noch bis 1937/38 eine eingeschränkte Sonderexistenz. Ähnliches galt in diesem Zeitraum (bis zu den Novemberpogromen 1938) für die jüdischen Schachorganisationen, die erst infolge der Ausgrenzung der Juden aus dem GSB nach 1933 entstanden waren.